Fundstücke - Bahnhofsvorstadt

 

Das abgebildete Schilde wurde (mit weiteren) bei Schachtarbeiten für einen Hausneubau ausgegraben. Das betreffende Grundstück ist Erbpachtland der Katholischen Kirche.
Es und war vor dem Hausbau in 3 Parzellen aufgeteilt, deren Vorpächter waren

Die Schilder wurden auf der Parzelle von Emil Walther aufgefunden. Das betreffende Grundstück liegt neben der dort im Jahr 1978 erbauten Katholischen Kirche, Uthmannstraße 18.
Emil Walther hatte zu seiner Zeit einen Hühnerstall erbaut. Dieser war innen mit den verschiedensten Schildern ausgeschlagen. Beim Abriss des Stalles wurde ein Loch gegraben und die Schilder dort "versenkt". Beim Ausschachten des Hausfundamentes kamen sie Jahre später wieder ans Tageslicht.

 
Bahnhofsvorstadt
Das Gebiet mit der ehemaligen Bezeichnung "Bahnhofs-Vorstadt" gehörte bis 1924 zur Flur Klosterlausnitz. Am 01.04.1923 schlossen sich die drei Gemeinden Hermsdorf, Klosterlausnitz und Weißenborn zu einer Einheitsgemeinde zusammen. Bereits 16 Monate - am 01.08.1924 - trennten sie sich wieder.
Im Hermsdorfer Tageblatt vom 09.05.1924 war zuvor zu lesen:

„Die Entschmelzungsfrage beschäftigte abermals eine gestern Abend abgehaltene dringende Gemeindesitzung. Diese hatte sich nötig gemacht, um eine Klärung in dieser Frage herbeizuführen. Denn auch von Klosterlausnitz aus wird eine Trennung von Hermsdorf herbeigewünscht. In dieser Angelegenheit hatten die Herren Gemeindevorsteher Goldberg und Gemeinderatsvorsitzenden Jahn im Ministerium eine Besprechung gehabt, worüber Herr Jahn Bericht erstattete. Auch hat Herr Minister Dr. Sattler alle drei Gemeinden besucht. Herr Jahn betonte, dass die Ausgemeindung Weißenborn sicher zu sein scheint. In der Klosterlausnitzer Sache ist, nach dem umfangreichen Aktenstück zu schließen, tüchtig gearbeitet worden. Er hatte eine eingehende Aussprache zwecks Klärung der Frage dringend notwendig. Herr G.-R. Schröter (Kl.) erklärte sich mit seinen Klosterlausnitzer Fraktionskollegen nicht an einer Abstimmung beteiligen zu wollen. Herr Jahn ist für Aufstellung der Bedingungen für den Trennungsfall, welcher Vorschlag verschiedene Redner für und gegen zu Worte brachte. Herr Gemeindevorsteher Goldberg hatte dem Herrn Minister Dr. Sattler die Wünsche Hermsdorfs betr. der zukünftigen Gemeindegrenze unterbreitet, und zwar solle das Siedlungs- und Sportplatzgelände, ferner der Wald bis zur Kieslinie, der Krümme und der Eisenbahnüberführung (Tunnel) zu Hermsdorf geschlagen werden. Schließlich brachte Herr G. - R. Menger (Hermsdorf) folgenden Antrag ein: Der Gemeinderat ist in seiner Mehrheit gegen die Ausgemeindung von Klosterlausnitz. Sollte dieselbe von der Regierung aber durchgeführt werden, so würden die Hermsdorfer Mitglieder der bürgerlichen Fraktion die Entscheidung des Landtages beantragen. Herr G.-R. Martin hatte ebenfalls  einen ähnlichen Antrag eingebracht, zog ihn aber dann zurück und stellte nur den Zusatzantrag, dass die zukünftige Grenze bis nach der Kieslinie und dem Tunnel zurückgelegt werden solle. Die Klosterlausnitzer Herren der bürgerlichen Fraktion verließen hierauf die Sitzung. In der schriftlichen Abstimmung wurden 18 Zettel mit Ja (gegen die Ausgemeindung) und ein unbeschriebener Abgegeben.“

Im Zuge dieser Trennung fiel die "Bahnhofs-Vorstadt" Hermsdorf zu. Dieser Begriff hielt sich noch bis in die Mitte der 1930-er Jahre. Teilweise meinten die Hermsdorfer dann aber das Gelände von Rathaus (Bahnhofstraße heute Eisenberger Straße) bis zum Bahnhof.
Bahnhofsvorstadt
 
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